Jahrestagung 2011
Am Ende war dann noch alles gut. So lautet unser Fazit zur diesjährigen Jahrestagung und
Mitgliederversammlung des Katholischen Medienverbandesvom 28. bis 30. juni 2011 in Mainz.
Denn schon im Vorfeld hatten sich allerhand Planungsnöte aufgetan, nachdem nacheinander mehrere Referenten und Moderatoren krankheitsbedingt ausfielen. So mußte beispielsweise einer der wichtigsten Gäste, Kardinal Lehmann, seine Teilnahme aufgrund einer kurzfristig notwendig gewordene Knieoperation absagen.
Aber der Reihe nach. Die Veranstaltung stand unter dem Motto "Austausch und Vernetzung". Denn bereits auf der vorjährigen Jahrestagung in Freiburg konnten wir feststellen - die DBK hatte zur Vorstellung des "Trendmonitors Religiöse Kommunika-tion" viele Nicht-KM.-Mitglieder eingeladen -, dass weder der KM. in der katholischen Medienszene allgemein bekannt ist, noch dass wir alle Medienschaffenden kennen, die sich im konfessionellen Raum tummeln. Wir nahmen dies zum Anlass, zum ersten Mal ebenfalls die katholischen Medienmacher aus den Bereichen PR, Radio, Fernsehen und Internet einzuladen, um ins Gespräch zu kommen und evtl. Ansatzpunkte für die gemeinsame Arbeit zu finden. Unter anderem war dies auch daran zu erkennen, dass im Foyer vor dem Tagungssaal einige Organisationen und Unternehmen an Infoständen Informationsmaterial bereithielten und zu Gesprächen zur Verfügung standen.
Im Programm standen am Vormittag einige Impulsreferate. Zunächst sprach Rolf Pitsch über die heutige Bedeutung von "Communio et Progressio" (das Redemanuskript finden Sie hier). Es wurde dabei deutlich, dass diese Pastoralinstruktion einige Aspekte der heutigen Medienentwicklung fast schon prophetisch vorhergesehen hat und dass CeP in vielerlei Hinsicht immer noch auf eine Konkretisierung durch die Medienverantwortlichen wartet (Originaltext "Communio et Progressio" hier). [Bitte folgenden Link hinterlegen: http://www.vatican.va/roman_curia/pontifical_councils/pccs/documents/rc_pc_pccs_doc_23051971_communio_ge.html ]
Dann eine böse Überraschung: Der Referent des nächsten Vortrages, DBK-Pressesprecher Matthias Kopp, der über die Gratwanderung zwischen PR und Journalismus in den katholischen Medien sprechen wollte, steckte im Flieger fest und fiel für diesen Tag aus. Im Gegensatz zum Organisator nahmen es die meisten Teilnehmer gelassen und nutzten die enstandene Pause dankbar für informelle Gespräche. Und da der nächste Referent, Arnd Brummer. Chefredakteur der evangelischen "Chrismon" ohnehin länger - keinesfalls jedoch langweilig! - sprach als geplant, fiel die Lücke gar nicht so sehr ins Gewicht. Sein Vortrag über "Synergie durch Vernetzung" war ein mitreißendes Plädayer für journalistischen und verlegerischen Mut, Kundenorientierung und Freude an der Verkündigung der frohen Botschaft.
Am Nachmittag stellte ein Expertengremium das medienethische Impulspapier der Publizistischen Kommission, "Virtualität und Inszenierung", vor. Bischof Dr. Gebhard Fürst, Prof. Dr. Klaus Müller, Dr. Christiane Florin und Dr. Alexaner Filipovic diskutierten dabei unter der hervorragenden und teilweise sehr pointierten Moderation von Dr. Johannes Schießl die Konsequenzen, die sich für eine christliche Medienethik aus den neueren Entwicklungen des Internet ableiten müßten.
Nach diesen eher theoretischen Impulsen wurde am späteren Nachmittag in fünf Arbeitshruppen zu verschiedenen Themen sikutiert:
- Bedeutung von "Communio et Progressio" für christlich motivierte Medienmacher heute
- Crossmedialität als Zukunft der Verlage
- Kooperationen und Vernetzungen in der christlichen Medienszene
- Die innere Pressefreiheit in der katholischen Presse
- Die neuen Entwicklungen in den Sinus-Milieus
Die Gesprächskreise wurden sehr gut angenommen, und es wurden einige sehr konkrete Vorschläge für Aktivitäten und Maßnahmen entwickelt, die in der nächsten Zeit realisiert werden sollen.
Für den, wie bereits erwähnt, verhinderten Kardinal Lehmann, stand der Mainzer Generalvikar Giebelmann für die Feier des gemeinsamen Gottesdienstes und das Hintergrundgespräch zur Verfügung. In dem von Roland Juchem (Verlagsgruppe Bistumspresse) sehr einfühlsam moderierten Gespräch nahm der Generalvikar kein Blatt vor den Mund ("Wovor sollte ich Angst haben? Ich muß keine Karriere mehr machen.") und äußerte sich erfrischend offen, bisweilen auch kritisch zu Themen wie innere Pressefreiheit undVertrauensverlust der Kirche.
In der sich am Donnerstag anschließenden Mitgliederversammlung wurde Ulrich Waschki, Chefredakteur der Verlagsgruppe Bistumspresse, von der Redakteurs-konferenz einstimmig als Nachrücker für den Vorstand gewählt. Die Nachnominierung war nötig geworgen, nachdem im Vorjahr Erika Rebmann von ihrem Vorstandsamt zurückgetreten war. Ihr folgte Andrea Groß-Schulte, Chefredakteurin des Liboriusmagazins, als stellvertretenden Sprecherin der Redakteure nach.


